Gordischer Knoten

Gordischer-Knoten

Der Gordische Knoten nach Richter ist eine Möglichkeit, sich der eigenen seelischen Genetik bewusst zu werden. Die Genetische Vererbung im körperlich-biologischen Bereich ist allgemein bekannt und besagt, dass beispielsweise unsere Augenfarbe sich aus den genetischen Informationen unseres Vaters, unserer Mutter, und damit wiederum unseres Großvaters, unserer Großmutter usw. zusammensetzt.

Somit ist unser Körper eine Mischung des Erbes unseres Familienstammbaums, sowohl im positiven Sinne als auch im Sinne von Belastungen. Gleich wie es eine materielle, genetische Vererbung gibt, erben wir in einem gewissen Sinne auch die Muster und Verhaltensweisen, die sich über Generationen in unseren Familie geprägt haben.

Von der Verhaltensforschung wissen wir, dass 70% unseres Lernens auf Nachahmung beruht. Im so genannten Gordischen Knoten versuchen wir blockierende Verhaltensmuster, die wir als Erbschaft mit uns tragen, zu lösen und die Konzentration auf positive Verhaltensmuster auszurichten, die wir zwar geerbt, aber noch nicht in genügender Weise in unser Leben integriert haben.


Hinweis zum Gordischen Knoten nach Richter

Die Arbeit des Gordischen Knotens ist keine Psychotherapie und kann eine solche nicht ersetzen. Sie ist eine Möglichkeit für gesunde Menschen sich der eigenen unbewussten Verhaltensmuster bewusst zu werden und sich das Potential der bisher nicht genutzten Ressourcen und das Tor zur spirituellen Ebene ganz bewusst zu öffnen.


Wissenswertes

Der sprichwörtliche Begriff Gordischer Knoten steht in unserer Kultur für ein unlösbares Problem und beruht auf einer Geschichte, die in einem kleinen Ort, namens Gordion, in der heutigen Türkei, südwestlich des heutigen Ankara, spielte. Gordius war ein Bauer aus Phrygien. Eines Tages, als er am pflügen war, setzte sich ein Adler auf die Deichsel seines Pfluges und blieb dort bis zum Abend sitzen. Gordius fasste dies als göttliches Zeichen auf und fuhr in die lykische Stadt Telemessus, deren Einwohnern prophetische Fähigkeiten zugeschrieben wurden. Er begegnete einem Mädchen, das gerade Wasser schöpfte. Er erzählte ihr seine Geschichte und bat sie um Rat. Das Mädchen ließ ihn Zeus ein Opfer darbringen. Gordius heiratete das Mädchen und zeugte mit ihr den Sohn Midas.

Einige Jahre später herrschten in Phrygien Thronwirren. Da sich die Phrygier nicht auf einen König einigen konnten, befragten sie das Orakel. Dieses sagte, dass der zukünftige König mit einem Wagen in die Stadt einfahren würde. Zufällig kehrte Gordius genau zu diesem Zeitpunkt in seine Heimat zurück. Als die Phrygier ihn auf seinem Wagen entdeckten, krönten sie ihn sofort zu ihrem König. Sein Wagen wurde Zeus geweiht; und die Stadt, in der Gordius Hof hielt, Gordion genannt. Bald verbreitete sich auch das Gerücht, dass derjenige zum Herrscher über ganz Kleinasien werden würde, dem es gelingen sollte, den gewaltigen Knoten zu lösen, mit dem Joch und Deichsel seines alten Wagens verbunden waren.

Es war im Mai 333 v. Chr., als Alexander der Große auf seinem Eroberungsfeldzug nach Gordion vorrückte. Der Feldherr löste den Gordischen Knoten nach Feldherrenart. Da es ihm nicht gelang, die verknüpften Streifen aus zäher Kirschbaumrinde zu entwirren, durchschlug er den Knoten kurzerhand mit einem kräftigen Schwertstreich. Die Prophezeiung bewahrheitete sich erneut, und Alexander sollte in den nächsten 10 Jahren nicht nur den größten Teil Kleinasiens, sondern auch Syrien, Palästina, Ägypten erobern und über Mesopotamien, Medien, Parthien und den Hindukusch bis nach Indien vorstoßen.

Was steht nun hinter dieser Geschichte? Herrscher über Asien konnte nur jemand werden, der in der Lage war den Gordischen Knoten zu lösen. Dies bedeutet: Nur eine solche Persönlichkeit, die in der Lage ist, die vielen verschiedenen Religionen, Philosophien und Kulturen, die zum damaligen Zeitpunkt in Asien vorherrschten, zu analysieren und zu verstehen, wird in der Lage sein, Herrscher über ein derart großes Reich zu werden. Genauso verhält es sich mit den Menschen. Nur wenn wir uns unsere Verhaltensmuster, sowohl im Positiven als auch im blockierten Zustand voll bewusst sind, sind wir in der Lage „Herrscher“ über unser emotionales Reich zu werden.

Deshalb arbeitet man mit dem Gordischen Knoten nicht an einer Veränderung der familiären Genetik, sondern an einer Bewusstwerdung dieser Genetik, um mit den hemmenden Verhaltensweisen besser umgehen zu können und die positiven Verhaltensweisen mehr zu stärken.

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