Samuel Hahnemann – Die Herstellung homöopathischer Mittel

Homöopathische Mittel werden in drei Formen angeboten: Tabletten, Tropfen und Kügelchen (Globuli). Für die Dosierung bei der Einnahme entspricht eine homöopathische Tablette in der Regel 7 Tropfen oder 7 Globuli.

 

Als Ausgangsmittel für die Herstellung steht ein im Naturreich vorhandener Stoff. Es kann sich um einen Stoff aus dem Mineralreich, Tierreich oder Pflanzenreich handeln. Es ist nicht selten, dass der Stoff in seiner ursprünglich vorkommenden Form giftig ist, z.B. Quecksilber, Schlangengift oder etwa der Saft der Tollkirsche (Belladonna). Aus dem Stoff wird zuerst eine Tinktur (Urtinktur) erstellt. Dort wo dies nicht möglich ist, wie bei Metallen, wird der Ausgangsstoff im Mörser fein zerrieben.

 

Danach kommt das homöopathisierend Verfahren zum Einsatz: Die Urtinktur wird im Verhältnis von 1:10 verdünnt. Dabei werden zu einem Teil Urtinktur 10 Teile eines Lösungsmittels (z.B. Alkohol) hinzu gegeben. Des Weiteren werden Urtinktur und Lösungsmittel in einer genau vorgeschriebenen Anzahl Schüttelschlägen miteinander vermengt oder wie der Homöopath sagt „potenziert“. Als Resultat erhält man ein homöopathisches Mittel mit der Potenz D1. Dieses Prozedere kann gleichermaßen weitergeführt werden: ein Teil des potenzierten D1-Mittels wird ebenfalls mit 10 Teilen Lösungsmitteln vermischt, potenziert und dadurch erhält man D2. Die Nummer hinter dem D, das für Dezimalpotenz steht, gibt also die Anzahl Nullen der Teile des Lösungsmittels an. Die Potenz D6 bedeutet 1 Teil Urtinktur zu 1000000 (1 Million) Teilen Lösungsmittel.

 

Obwohl auf den ersten Blick der Eindruck erweckt wird, die Homöopathie arbeitet einfach mit sehr stark verdünnten Stoffen, liegt dem Ganzen eine tiefere Erkenntnis zugrunde. Durch das Potenzieren wird nicht einfach das Heilmittel verdünnt, sondern die Information des Heilmittels wird in nicht-materieller Form an das Lösungsmittel gebunden. Diese Information kann dann über das potenzierte Heilmittel direkt dem Körper des Patienten weitergegeben werden. Das Heilmittel wird dabei sofort und direkt vom Körper aufgenommen.


In der Homöopathie behandelt man mit den so genannten Einzelmittel, jedoch es ist auch möglich, Mittel miteinander zu kombinieren. Im herkömmlichen Sprachgebrauch sprechen die Homöopathen dann von so genannten Komplexmittel. Auch diese haben sich im Einsatz beim Kranken bewährt. Um einen Einblick in solch ein Komplexmittel zu erhalten, möchten wir folgendes Beispiel auführen: Komplexmittel.